Atypische Netznutzung

Atypische Netznutzung

Atypische Netznutzung

Die atypische Netznutzung reduziert in vorher festgelegten Zeiträumen den maximalen Netzbezug. Das Batteriemanagement entlädt dafür den Speicher, um den Netzbezug auf dem reduzierten Wert zu halten.

01  Funktionsweise der Regelung

Innerhalb eines aktiven Hochlastzeitfensters regelt das Batteriemanagement den Netzbezug auf den Wert Netzbezug reduziert. Wie der Speicher dabei eingesetzt wird, hängt vom aktuellen Ladezustand (SOC) ab.

•      SOC über der Grenze der Lastspitzenkappung: Der Speicher arbeitet weiter in der Eigenverbrauchsoptimierung (wenn vorhanden: über die SPOT Markt Funktion) und regelt den Netzbezug auf 0 kW.

•      SOC im Bereich der Lastspitzenkappung: Erst hier wird auf den reduzierten Netzbezug geregelt. Der Speicher entlädt nur so weit, dass der reduzierte Wert gehalten wird.

•      Reserve: Bleibt im Normalbetrieb unangetastet. Nur der HLZF Notfallmodus gibt sie frei.

 

Normalbetrieb im HLZF

100 %

Eigenverbrauchsoptimierung

Regelung auf 0 kW Netzbezug

Grenze LSK

Lastspitzenkappung

Regelung auf „Netzbezug reduziert“

 

Reserve

nicht verwendet

HLZF Notfallmodus aktiv

100 %

Eigenverbrauchsoptimierung

Regelung auf 0 kW Netzbezug

Grenze LSK

 

Lastspitzenkappung

inkl. Reserve  · Ladevorgänge auf minimale Leistung



 

BETRIEB MIT OPTIMIZER

Läuft die Anlage mit der Optimizer-Funktion, regelt das Batteriemanagement auf den Sollwert des Optimizers. Der Optimizer kann keinen höheren Sollwert ausgeben als den maximalen Netzbezug. Im Hochlastzeitfenster ist sein Sollwert auf den reduzierten Netzbezug begrenzt.

02  Die Oberfläche


BEREICH

ZWECK

HLZF Notfallmodus

Schalter, der den gesamten Speicher inkl. Reserve für die Lastspitzenkappung freigibt und Ladevorgänge auf minimale Leistung reduziert.

Erkennung HLZF Überschreitung

Quittierung, Status und Parameter für den Überschreitungsalarm. Hat keinen Einfluss auf die Regelung.

Zeitraum-Karten

Frühling, Sommer, Herbst und Winter mit jeweils eigenem Zeitraum (Von/Bis), Hochlastzeitfenster und reduziertem Netzbezug.

03  Zeiträume einrichten

Für jede der vier Jahreszeiten-Karten werden die mit dem Netzbetreiber vereinbarten Werte eingetragen.

1.       Zeitraum „Von“ eintragen

Startdatum als Tag, Monat und Jahr in die drei Felder eingeben.

2.       Zeitraum „Bis“ eintragen

Enddatum ebenso eintragen. Ein Zeitraum darf über den Jahreswechsel gehen, z. B. Winter vom 20.11.2026 bis 19.3.2027.

3.       Netzbezug reduziert eintragen

Den vereinbarten maximalen Netzbezug in kW eingeben, z. B. 100 kW. Auf diesen Wert regelt das Batteriemanagement im Bereich der Lastspitzenkappung im HLZF.

04  Erkennung HLZF-Überschreitung

Die Erkennung meldet, wenn der reduzierte Netzbezug überschritten wird. Sie dient ausschließlich der Information des Nutzers und greift nicht in die Regelung ein. Ausgelöst wird ein Alarm per Mail bzw. Push-Nachricht.

PARAMETER

EINHEIT

BEDEUTUNG

BEISPIEL

Mittelwert Zeitspanne

s

Zeitraum, über den der aktuelle Netzbezug gemittelt wird.

60 s

Max erlaubte HLZF Überschreitung

kW

Überschreitungsgrenze für den gemittelten Netzbezug. Liegt der Mittelwert darüber, gilt dies als Überschreitung.

20 kW

Verzögerung

s

So lange muss die Überschreitung ununterbrochen anliegen, bevor der Alarm ausgelöst wird.

60 s


QUITTIERUNG UND STATUS

•      Status: Normal (grüner Punkt) bedeutet, dass kein Alarm anliegt.

•      Ein ausgelöster Alarm bleibt bestehen, bis ein Nutzer ihn über den Schalter Quittierung manuell quittiert.

•      Solange ein Alarm anliegt, wird kein weiterer Alarm ausgelöst. Nach dem Quittieren ist die Erkennung wieder scharf.

05  Alarm am Multiserver hinterlegen

Damit Mail- oder Push-Nachrichten verschickt werden, muss der Alarm am Multiserver eingerichtet sein.

1.       Anlage am Multiserver öffnen

Zum Menüpunkt Benutzer-Alarm wechseln.

2.       Alarm für HLZF-Überschreitung anlegen

Den Alarm der Überschreitungserkennung hinterlegen und die Empfänger für Mail bzw. Push-Nachricht festlegen.


06  HLZF Notfallmodus

Reicht der normale Bereich der Lastspitzenkappung nicht aus, um den reduzierten Netzbezug zu halten, kann der Nutzer den HLZF Notfallmodus über den Schalter EIN/AUS aktivieren. Dann gilt:

•      Der gesamte SOC-Bereich des Speichers wird für die Lastspitzenkappung verwendet, inklusive Reserve.

•      Gibt es einen Ladepark in der Regelung, werden alle Ladevorgänge auf minimale Leistung reduziert.

 

ACHTUNG

Im Notfallmodus kann der Speicher bis in die Reserve entladen werden und Fahrzeuge laden nur mit minimaler Leistung. Den Modus nach Ende der kritischen Situation wieder deaktivieren.

07  Hinweise und Tipps

•      Über der SOC-Grenze der Lastspitzenkappung bleibt die Eigenverbrauchsoptimierung aktiv (Regelung auf 0 kW).

•      Die Erkennung der Überschreitung ändert nichts an der Regelung. Sie informiert nur.

•      Ein Alarm muss quittiert werden, bevor ein neuer ausgelöst werden kann.

•      Ladevorgänge außerhalb des HLZF: Ist ein Ladepark vorhanden, sollten Fahrzeuge möglichst außerhalb des Hochlastzeitfensters geladen werden. So entsteht im HLZF weniger zusätzliche Last, und der Speicher muss weniger ausgleichen.

•     Reduzierten Netzbezug rechtzeitig erhöhen: Zeichnet sich ab, dass das HLZF nicht eingehalten werden kann, sollte der reduzierte Netzbezug wenn möglich erhöht werden. Gründe dafür sind ein erhöhter Bedarf oder ein knapper SOC des Speichers. So lassen sich mögliche Mehrkosten durch eine Überschreitung gering halten.