Allgemeine Einstellungen

Allgemeine Einstellungen

Im Reiter ALLGEMEIN definieren Sie die Stammdaten Ihrer Energiegemeinschaft. Diese Angaben sind die Grundlage für alle weiteren Schritte – von der Tariffestlegung bis zur Mitgliederverwaltung.     

       

Abbildung 1 – Reiter ALLGEMEIN: Übersicht aller Stammdatenfelder. 

Die folgenden Abschnitte erläutern jedes Feld. Pflichtfelder werden ausdrücklich gekennzeichnet. 

3.1 Name und Speichern 

Im Feld Name vergeben Sie eine eindeutige Bezeichnung für Ihre EG. Diese erscheint in Listen, Berichten und Auswertungen. Wählen Sie einen Namen, der Ihre Gemeinschaft prägnant beschreibt – im Beispiel: Die Erste. 

Feld 

Bedeutung & Hinweise 

Name (Pflicht) 

Anzeigebezeichnung der EG. Frei wählbar, sollte eindeutig sein. 

Löschen 

Entfernt die gesamte EG inkl. ihrer Tarife und Mitgliedszuordnungen. Diese Aktion ist endgültig und kann nicht rückgängig gemacht werden. 

Speichern 

Sichert alle Änderungen und schließt den Bearbeitungsdialog. 

Speichern und fortsetzen 

Speichert die Eingaben, ohne den Bearbeitungsmodus zu verlassen. 

 

Achtung: Vorsicht beim Löschen 

Die Schaltfläche Löschen rechts neben dem Namen entfernt die Energiegemeinschaft unwiderruflich. Verwenden Sie diese Funktion nur nach Rücksprache mit dem Vorstand bzw. Ihrem Administrator. 

 

  

3.2 Entwicklungsstufe 

Die Entwicklungsstufe spiegelt den organisatorischen Status Ihrer EG im Lebenszyklus wider – von der ersten Idee bis zum produktiven Betrieb. 

 

Feld 

Bedeutung & Hinweise 

Entwurf 

Die EG befindet sich in der Konzeptphase. Stammdaten werden gesammelt. 

In Gründung 

Formelle Schritte zur Gründung sind eingeleitet (z. B. Vereinsregister). 

In Überarbeitung 

Eine bestehende EG wird angepasst, etwa nach gesetzlichen Änderungen. 

Abgelehnt 

Die EG wurde nicht zugelassen oder verworfen. 

Gegründet 

Die EG ist offiziell gegründet und kann produktiv genutzt werden. 

 

Tipp: Empfehlung 

Für den produktiven Betrieb sollte der Status auf Gegründet gesetzt sein. Erst dann werden alle Funktionen (z. B. Abrechnung, Aufteilungsmodelle) vollständig aktiviert. 

 

  

3.3 Art der Gemeinschaft 

Die Art der Gemeinschaft bestimmt den rechtlichen Rahmen Ihrer EG nach österreichischem Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz (ElWOG) bzw. Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG). 

 

Feld 

Bedeutung & Hinweise 

Gemeinschaftliche Erzeugung §16a 

Klassische gemeinschaftliche Erzeugungsanlage in einem einzigen Gebäude bzw. auf einem zusammenhängenden Grundstück. 

EEG lokal §16c 

Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft im lokalen Bereich (Niederspannungs-Trafo). 

EEG regional §16c 

Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft im regionalen Bereich (Mittelspannungs-Umspannwerk). 

BürgerEG §16b 

Bürgerenergiegemeinschaft – nicht an einen geografischen Bereich gebunden. 

 

Hinweis: Auswirkung der Auswahl 

Die Wahl wirkt sich direkt auf zulässige Mitglieder, Tarifmodelle und die Berechnung der Aufteilung aus. Im Zweifel halten Sie Rücksprache mit Ihrem Netzbetreiber. 

 

  

3.4 Zugang 

Über das Feld Zugang regeln Sie, wie neue Mitglieder zu Ihrer EG hinzukommen können. 

 

Feld 

Bedeutung & Hinweise 

Öffentlich und frei zugängig 

Jede Person mit gültigem Zählpunkt kann beitreten. Maximale Sichtbarkeit, keine Vorprüfung. 

Öffentlich und nach Prüfung zugänglich 

Die EG ist öffentlich gelistet, der Beitritt erfordert jedoch eine manuelle Freigabe durch den EG-Manager. 

Private – nur auf Einladung 

Beitritte ausschließlich über persönliche Einladung. Empfohlen für Hausgemeinschaften, Firmen- oder Vereinsstrukturen. 

 

3.5 Gemeinschafts-Modell 

Das Gemeinschafts-Modell beschreibt die Organisationsform Ihrer EG. 

 

Feld 

Bedeutung & Hinweise 

Zentrale Gemeinschaft 

Eine zentrale Stelle (z. B. der Vorstand) verwaltet alle Energieflüsse und Abrechnungen. Empfohlen für Vereine und Genossenschaften. 

Offene Gemeinschaft 

Mitglieder können flexibler beitreten und austreten. Die Verwaltung erfolgt regelbasiert. 

 

  

3.6 Rechtsform 

Die Rechtsform bestimmt die juristische Struktur Ihrer EG. Sie ist ausschlaggebend für Steuer, Haftung und Mitgliedschaftsmodalitäten. 

 

Feld 

Bedeutung & Hinweise 

Verein 

Eintragung im Vereinsregister; Mitglieder werden durch Vereinsstatuten geregelt. Häufigste Form bei Bürgerenergiegemeinschaften. 

Genossenschaft 

Eintragung im Genossenschaftsregister; geeignet für größere EGs mit kapitalbeteiligten Mitgliedern. 

 

Achtung: Steuerliche Hinweise 

Die gewählte Rechtsform hat Auswirkungen auf Umsatzsteuerpflicht, Vorsteuerabzug und Bilanzierung. Lassen Sie sich vor der Gründung rechtlich und steuerlich beraten. 

 

3.7 Verteilungsmodell 

Das Verteilungsmodell legt fest, wie die in der Gemeinschaft erzeugte Energie auf die Mitglieder aufgeteilt wird. 

 

Feld 

Bedeutung & Hinweise 

Statisch 

Jedem Mitglied wird ein fixer Anteil (in Prozent) zugewiesen. Die Aufteilung ändert sich nur, wenn die Anteile manuell angepasst werden. 

Dynamisch 

Die Aufteilung erfolgt automatisch in Abhängigkeit vom tatsächlichen Verbrauch je Viertelstunde. Vorteilhaft, wenn Verbrauchsmuster stark variieren. 

 

  

3.8 Beschreibung und Identifikatoren 

Die folgenden Felder dienen der Identifikation Ihrer EG gegenüber Netzbetreibern und Datenaustauschplattformen (z. B. EDA – Energie­wirtschaftliches Daten­austausch­system). 

Feld 

Bedeutung & Hinweise 

Beschreibung 

Optionaler Freitext zur näheren Erläuterung der EG. Wird in Berichten ausgegeben. 

EG-ID 

Eindeutige Kennung der EG, die vom Netzbetreiber bzw. von EDA vergeben wird. Pflichtangabe für den Echtbetrieb. 

Marktteilnehmer-ID 

ID der EG als Marktteilnehmer im österreichischen Strommarkt. 

EDA-Mailbox Passwort 

Zugangskennwort zur EDA-Mailbox; wird für den automatisierten Datenaustausch benötigt. Wird verschlüsselt gespeichert. 

Netzbetreiber-ID 

Kennung des zuständigen Verteilernetzbetreibers. 

Umspannwerk-Nr. 

Nummer des Umspannwerks, an das die EG angeschlossen ist (relevant für §16c regional). 

Trafo-Nr. 

Nummer des Niederspannungs-Trafos (relevant für §16c lokal). 

 

Achtung: Datensicherheit 

EDA-Mailbox-Passwörter werden verschlüsselt abgelegt. Geben Sie das Passwort niemals telefonisch oder per E-Mail an Dritte weiter. 

 

3.9 Foto und Stammdaten 

Über die Schaltfläche Datei hochladen können Sie ein Logo oder Foto Ihrer Energiegemeinschaft hinterlegen. Das Bild erscheint auf Berichten, Mitgliedseinladungen und im öffentlichen Profil (sofern Zugang auf Öffentlich gestellt ist). 

  • Empfohlene Dateigröße: bis 2 MB. 

  • Empfohlene Auflösung: mindestens 600 × 600 Pixel. 

  • Unterstützte Formate: PNG, JPG. 

  • Im Feld Erstellt am sehen Sie das Datum der Anlage; dieses Feld ist nicht editierbar.


    3.10 SEPA / BMD

    Im Abschnitt SEPA / BMD hinterlegen Sie die Zahlungs- und Buchhaltungsdaten Ihrer Energiegemeinschaft. Diese Angaben werden für den SEPA-Zahlungsverkehr (Lastschrifteinzug bzw. Auszahlung der Einspeisevergütung) sowie für den Export der Abrechnungsdaten in die BMD-Buchhaltung verwendet.



  • Abbildung 8 – Abschnitt SEPA / BMD: Zahlungs- und Buchhaltungsdaten.

    3.10.1 SEPA-Zahlungsdaten

    Feld

    Bedeutung & Hinweise

    IBAN

    Bankverbindung der Energiegemeinschaft. Über dieses Konto werden Einspeisevergütungen ausbezahlt bzw. Bezugsentgelte der Mitglieder eingezogen. Format bei österreichischen Konten: AT + 18 Stellen. Wird vom System auf Prüfsumme validiert.

    BIC

    Bank Identifier Code (SWIFT-Code) der kontoführenden Bank, 8 oder 11 Stellen. Bei rein inländischen SEPA-Zahlungen optional (IBAN-only), bei Auslandskonten Pflichtangabe.

    Creditor Scheme ID

    Creditor Identifier (CID) der EG – erforderlich für den SEPA-Lastschrifteinzug. In Österreich von der OeNB vergeben, Format z. B. AT12ZZZ00000000001. Muss mit der ID auf den SEPA-Mandaten der Mitglieder übereinstimmen.

    Kreditor Name

    Name des Zahlungsempfängers, wie er am Kontoauszug des Mitglieds erscheint. Sollte mit dem Namen im SEPA-Mandat und im Vereins- bzw. Firmenbuch übereinstimmen. Maximal 70 Zeichen, keine Sonderzeichen außerhalb des SEPA-Zeichensatzes.

    Adresse 1

    Straße und Hausnummer des Kreditors. Bestandteil des Creditor-Datensatzes in der SEPA-Datei (pain.008 bzw. pain.001).

    Adresse 2

    Postleitzahl und Ort des Kreditors.

    Land

    Ländercode nach ISO 3166-1 Alpha-2, für Österreich AT.

    Achtung: Änderungen an der Bankverbindung

    Eine Änderung von IBAN oder Kreditor Name wirkt sich unmittelbar auf alle folgenden Abrechnungsläufe aus. Führen Sie Änderungen nur nach dem Vier-Augen-Prinzip durch und prüfen Sie, ob bereits erzeugte, aber noch nicht übermittelte SEPA-Dateien betroffen sind.

    Hinweis: Creditor Scheme ID nur bei Lastschrift

    Die Creditor Scheme ID wird ausschließlich für das SEPA-Lastschriftverfahren benötigt. Wenn Ihre EG ausschließlich Gutschriften (Einspeisevergütungen) auszahlt, kann das Feld leer bleiben. Für den Einzug von Bezugsentgelten ist die ID gemeinsam mit gültigen SEPA-Mandaten der Mitglieder zwingend erforderlich.

    3.10.2 BMD-Buchhaltungskonten

    Die beiden BMD-Felder steuern, auf welche Sachkonten die Abrechnungsdaten beim Export in die BMD-Finanzbuchhaltung gebucht werden.

    Feld

    Bedeutung & Hinweise

    BMD Einspeisung Konto

    Erlöskonto laut Kontenplan, auf das die Erlöse aus der Energieeinspeisung der Mitglieder gebucht werden.

    BMD Bezug Gegenkonto

    Gegenkonto für den Energiebezug der Mitglieder; wird bei der Verbuchung der Bezugsrechnungen als Gegenbuchung herangezogen.

    Tipp: Konten vorab abstimmen

    Stimmen Sie die Kontonummern vor dem ersten Abrechnungslauf mit Ihrer Buchhaltung bzw. Ihrem Steuerberater ab. Nachträgliche Korrekturen bereits exportierter Buchungssätze sind in BMD nur mit Umbuchungen möglich.

    3.10.3 Systemfelder

    Feld

    Bedeutung & Hinweise

    Erstellt am

    Zeitstempel der Anlage des Datensatzes. Nicht editierbar.

    Geändert am

    Zeitstempel der letzten Änderung. Nicht editierbar, wird bei jedem Speichern automatisch aktualisiert.

    Achtung: Vollständigkeit vor dem Abrechnungslauf

    Für einen fehlerfreien SEPA-Export müssen IBAN, Kreditor Name, Adresse und – bei Lastschrifteinzug – die Creditor Scheme ID vollständig befüllt sein. Fehlende Pflichtfelder führen zum Abbruch der Dateierzeugung.

    Checkliste vor dem ersten Abrechnungslauf

          IBAN und BIC geprüft und mit dem Kontoauszug abgeglichen

          Kreditor Name identisch mit dem Namen auf den SEPA-Mandaten

          Creditor Scheme ID bei der OeNB beantragt und eingetragen

          BMD-Konten mit der Buchhaltung abgestimmt

          Testexport erzeugt und in BMD probeweise eingelesen