Im Reiter ALLGEMEIN definieren Sie die Stammdaten Ihrer Energiegemeinschaft. Diese Angaben sind die Grundlage für alle weiteren Schritte – von der Tariffestlegung bis zur Mitgliederverwaltung.
Abbildung 1 – Reiter ALLGEMEIN: Übersicht aller Stammdatenfelder.
Die folgenden Abschnitte erläutern jedes Feld. Pflichtfelder werden ausdrücklich gekennzeichnet.
Im Feld Name vergeben Sie eine eindeutige Bezeichnung für Ihre EG. Diese erscheint in Listen, Berichten und Auswertungen. Wählen Sie einen Namen, der Ihre Gemeinschaft prägnant beschreibt – im Beispiel: Die Erste.
Feld | Bedeutung & Hinweise |
Name (Pflicht) | Anzeigebezeichnung der EG. Frei wählbar, sollte eindeutig sein. |
Löschen | Entfernt die gesamte EG inkl. ihrer Tarife und Mitgliedszuordnungen. Diese Aktion ist endgültig und kann nicht rückgängig gemacht werden. |
Speichern | Sichert alle Änderungen und schließt den Bearbeitungsdialog. |
Speichern und fortsetzen | Speichert die Eingaben, ohne den Bearbeitungsmodus zu verlassen. |
Achtung: Vorsicht beim Löschen
Die Schaltfläche Löschen rechts neben dem Namen entfernt die Energiegemeinschaft unwiderruflich. Verwenden Sie diese Funktion nur nach Rücksprache mit dem Vorstand bzw. Ihrem Administrator.
Die Entwicklungsstufe spiegelt den organisatorischen Status Ihrer EG im Lebenszyklus wider – von der ersten Idee bis zum produktiven Betrieb.
Feld | Bedeutung & Hinweise |
Entwurf | Die EG befindet sich in der Konzeptphase. Stammdaten werden gesammelt. |
In Gründung | Formelle Schritte zur Gründung sind eingeleitet (z. B. Vereinsregister). |
In Überarbeitung | Eine bestehende EG wird angepasst, etwa nach gesetzlichen Änderungen. |
Abgelehnt | Die EG wurde nicht zugelassen oder verworfen. |
Gegründet | Die EG ist offiziell gegründet und kann produktiv genutzt werden. |
Tipp: Empfehlung
Für den produktiven Betrieb sollte der Status auf Gegründet gesetzt sein. Erst dann werden alle Funktionen (z. B. Abrechnung, Aufteilungsmodelle) vollständig aktiviert.
Die Art der Gemeinschaft bestimmt den rechtlichen Rahmen Ihrer EG nach österreichischem Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz (ElWOG) bzw. Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG).
Feld | Bedeutung & Hinweise |
Gemeinschaftliche Erzeugung §16a | Klassische gemeinschaftliche Erzeugungsanlage in einem einzigen Gebäude bzw. auf einem zusammenhängenden Grundstück. |
EEG lokal §16c | Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft im lokalen Bereich (Niederspannungs-Trafo). |
EEG regional §16c | Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft im regionalen Bereich (Mittelspannungs-Umspannwerk). |
BürgerEG §16b | Bürgerenergiegemeinschaft – nicht an einen geografischen Bereich gebunden. |
Hinweis: Auswirkung der Auswahl
Die Wahl wirkt sich direkt auf zulässige Mitglieder, Tarifmodelle und die Berechnung der Aufteilung aus. Im Zweifel halten Sie Rücksprache mit Ihrem Netzbetreiber.
Über das Feld Zugang regeln Sie, wie neue Mitglieder zu Ihrer EG hinzukommen können.
Feld | Bedeutung & Hinweise |
Öffentlich und frei zugängig | Jede Person mit gültigem Zählpunkt kann beitreten. Maximale Sichtbarkeit, keine Vorprüfung. |
Öffentlich und nach Prüfung zugänglich | Die EG ist öffentlich gelistet, der Beitritt erfordert jedoch eine manuelle Freigabe durch den EG-Manager. |
Private – nur auf Einladung | Beitritte ausschließlich über persönliche Einladung. Empfohlen für Hausgemeinschaften, Firmen- oder Vereinsstrukturen. |
Das Gemeinschafts-Modell beschreibt die Organisationsform Ihrer EG.
Feld | Bedeutung & Hinweise |
Zentrale Gemeinschaft | Eine zentrale Stelle (z. B. der Vorstand) verwaltet alle Energieflüsse und Abrechnungen. Empfohlen für Vereine und Genossenschaften. |
Offene Gemeinschaft | Mitglieder können flexibler beitreten und austreten. Die Verwaltung erfolgt regelbasiert. |
Die Rechtsform bestimmt die juristische Struktur Ihrer EG. Sie ist ausschlaggebend für Steuer, Haftung und Mitgliedschaftsmodalitäten.
Feld | Bedeutung & Hinweise |
Verein | Eintragung im Vereinsregister; Mitglieder werden durch Vereinsstatuten geregelt. Häufigste Form bei Bürgerenergiegemeinschaften. |
Genossenschaft | Eintragung im Genossenschaftsregister; geeignet für größere EGs mit kapitalbeteiligten Mitgliedern. |
Achtung: Steuerliche Hinweise
Die gewählte Rechtsform hat Auswirkungen auf Umsatzsteuerpflicht, Vorsteuerabzug und Bilanzierung. Lassen Sie sich vor der Gründung rechtlich und steuerlich beraten.
Das Verteilungsmodell legt fest, wie die in der Gemeinschaft erzeugte Energie auf die Mitglieder aufgeteilt wird.
Feld | Bedeutung & Hinweise |
Statisch | Jedem Mitglied wird ein fixer Anteil (in Prozent) zugewiesen. Die Aufteilung ändert sich nur, wenn die Anteile manuell angepasst werden. |
Dynamisch | Die Aufteilung erfolgt automatisch in Abhängigkeit vom tatsächlichen Verbrauch je Viertelstunde. Vorteilhaft, wenn Verbrauchsmuster stark variieren. |
Die folgenden Felder dienen der Identifikation Ihrer EG gegenüber Netzbetreibern und Datenaustauschplattformen (z. B. EDA – Energiewirtschaftliches Datenaustauschsystem).
Feld | Bedeutung & Hinweise |
Beschreibung | Optionaler Freitext zur näheren Erläuterung der EG. Wird in Berichten ausgegeben. |
EG-ID | Eindeutige Kennung der EG, die vom Netzbetreiber bzw. von EDA vergeben wird. Pflichtangabe für den Echtbetrieb. |
Marktteilnehmer-ID | ID der EG als Marktteilnehmer im österreichischen Strommarkt. |
EDA-Mailbox Passwort | Zugangskennwort zur EDA-Mailbox; wird für den automatisierten Datenaustausch benötigt. Wird verschlüsselt gespeichert. |
Netzbetreiber-ID | Kennung des zuständigen Verteilernetzbetreibers. |
Umspannwerk-Nr. | Nummer des Umspannwerks, an das die EG angeschlossen ist (relevant für §16c regional). |
Trafo-Nr. | Nummer des Niederspannungs-Trafos (relevant für §16c lokal). |
Achtung: Datensicherheit
EDA-Mailbox-Passwörter werden verschlüsselt abgelegt. Geben Sie das Passwort niemals telefonisch oder per E-Mail an Dritte weiter.
Über die Schaltfläche Datei hochladen können Sie ein Logo oder Foto Ihrer Energiegemeinschaft hinterlegen. Das Bild erscheint auf Berichten, Mitgliedseinladungen und im öffentlichen Profil (sofern Zugang auf Öffentlich gestellt ist).
Empfohlene Dateigröße: bis 2 MB.
Empfohlene Auflösung: mindestens 600 × 600 Pixel.
Unterstützte Formate: PNG, JPG.
Im Abschnitt
SEPA / BMD hinterlegen Sie die Zahlungs- und Buchhaltungsdaten Ihrer
Energiegemeinschaft. Diese Angaben werden für den SEPA-Zahlungsverkehr
(Lastschrifteinzug bzw. Auszahlung der Einspeisevergütung) sowie für den Export
der Abrechnungsdaten in die BMD-Buchhaltung verwendet.
Abbildung 8 – Abschnitt SEPA / BMD: Zahlungs- und Buchhaltungsdaten.
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Feld |
Bedeutung & Hinweise |
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IBAN |
Bankverbindung der Energiegemeinschaft. Über dieses Konto werden Einspeisevergütungen ausbezahlt bzw. Bezugsentgelte der Mitglieder eingezogen. Format bei österreichischen Konten: AT + 18 Stellen. Wird vom System auf Prüfsumme validiert. |
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BIC |
Bank Identifier Code (SWIFT-Code) der kontoführenden Bank, 8 oder 11 Stellen. Bei rein inländischen SEPA-Zahlungen optional (IBAN-only), bei Auslandskonten Pflichtangabe. |
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Creditor Scheme ID |
Creditor Identifier (CID) der EG – erforderlich für den SEPA-Lastschrifteinzug. In Österreich von der OeNB vergeben, Format z. B. AT12ZZZ00000000001. Muss mit der ID auf den SEPA-Mandaten der Mitglieder übereinstimmen. |
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Kreditor Name |
Name des Zahlungsempfängers, wie er am Kontoauszug des Mitglieds erscheint. Sollte mit dem Namen im SEPA-Mandat und im Vereins- bzw. Firmenbuch übereinstimmen. Maximal 70 Zeichen, keine Sonderzeichen außerhalb des SEPA-Zeichensatzes. |
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Adresse 1 |
Straße und Hausnummer des Kreditors. Bestandteil des Creditor-Datensatzes in der SEPA-Datei (pain.008 bzw. pain.001). |
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Adresse 2 |
Postleitzahl und Ort des Kreditors. |
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Land |
Ländercode nach ISO 3166-1 Alpha-2, für Österreich AT. |
Achtung: Änderungen an der Bankverbindung
Eine Änderung von IBAN oder Kreditor Name wirkt sich unmittelbar auf alle folgenden Abrechnungsläufe aus. Führen Sie Änderungen nur nach dem Vier-Augen-Prinzip durch und prüfen Sie, ob bereits erzeugte, aber noch nicht übermittelte SEPA-Dateien betroffen sind.
Hinweis: Creditor Scheme ID nur bei Lastschrift
Die Creditor Scheme ID wird ausschließlich für das SEPA-Lastschriftverfahren benötigt. Wenn Ihre EG ausschließlich Gutschriften (Einspeisevergütungen) auszahlt, kann das Feld leer bleiben. Für den Einzug von Bezugsentgelten ist die ID gemeinsam mit gültigen SEPA-Mandaten der Mitglieder zwingend erforderlich.
Die beiden BMD-Felder steuern, auf welche Sachkonten die Abrechnungsdaten beim Export in die BMD-Finanzbuchhaltung gebucht werden.
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Feld |
Bedeutung & Hinweise |
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BMD Einspeisung Konto |
Erlöskonto laut Kontenplan, auf das die Erlöse aus der Energieeinspeisung der Mitglieder gebucht werden. |
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BMD Bezug Gegenkonto |
Gegenkonto für den Energiebezug der Mitglieder; wird bei der Verbuchung der Bezugsrechnungen als Gegenbuchung herangezogen. |
Tipp: Konten vorab abstimmen
Stimmen Sie die Kontonummern vor dem ersten Abrechnungslauf mit Ihrer Buchhaltung bzw. Ihrem Steuerberater ab. Nachträgliche Korrekturen bereits exportierter Buchungssätze sind in BMD nur mit Umbuchungen möglich.
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Feld |
Bedeutung & Hinweise |
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Erstellt am |
Zeitstempel der Anlage des Datensatzes. Nicht editierbar. |
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Geändert am |
Zeitstempel der letzten Änderung. Nicht editierbar, wird bei jedem Speichern automatisch aktualisiert. |
Achtung: Vollständigkeit vor dem Abrechnungslauf
Für einen fehlerfreien SEPA-Export müssen IBAN, Kreditor Name, Adresse und – bei Lastschrifteinzug – die Creditor Scheme ID vollständig befüllt sein. Fehlende Pflichtfelder führen zum Abbruch der Dateierzeugung.
Checkliste vor dem ersten Abrechnungslauf
• IBAN und BIC geprüft und mit dem Kontoauszug abgeglichen
• Kreditor Name identisch mit dem Namen auf den SEPA-Mandaten
• Creditor Scheme ID bei der OeNB beantragt und eingetragen
• BMD-Konten mit der Buchhaltung abgestimmt
• Testexport erzeugt und in BMD probeweise eingelesen